Facebook – eine SMPlattform unter vielen!?

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Zum wiederholten Male fand die deutsche JIM-Studie 2015 heraus, dass Facebook im Leben junger Menschen eine kleinere Rolle spielt, als allgemein angenommen. Heisst das nun, dass für Jugendliche wieder die alten Werte zählen und sie sich lieber im realen Leben verwirklichen?

Facebook ist nach mehr als zehn Jahren schon ein alter Hase, was Social-Media-Netzwerke betrifft. Die Plattform hat sich in dieser Zeit verändert, genau wie ihre Nutzerinnen und Nutzer. Aus einer Studenten-WG gegründet, zählte es nach kurzer Zeit Millionen junger Menschen zu seinen Mitgliedern – es wurde zum „Online-Place to be“ der damaligen Jugend. Heute sind die damals Jugendlichen selbst erwachsen und haben teilweise schon eigene Kinder. Selbstdarstellerische Flausen sind relevanten Themen gewichen.

Funktion von Facebook ist heute eine andere. Damals hatte man nicht die Wahl – Facebook war das Netzwerk, auf dem alle Freunde vertreten waren. Mit den Jahren hat sich dies jedoch geändert: Immer neue soziale Netzwerke mit eigenen Schwerpunkten sind dazugekommen. Facebook ist heute zwar noch immer das grösste Netzwerk, aber gerade deshalb wird es mittlerweile eher als Newsplattform gesehen und Ort, an dem man Leute findet – vergleichbar mit einem grossen Telefonbuch mit Zusatzinfos über die gesuchte Person. Den damaligen Studenten haben sich längst Eltern und Grosseltern, aber auch Freunde, Kollegen und Chefs angeschlossen – einfach jeder. Für die heutige Jugend ist das so, als ob sie zu einer Party nicht nur die coolen Freunde einladen, sondern auch von den Eltern bis zum Chef alle mit am Tisch sitzen. Darum verwundert es nicht, dass bei dieser Gruppe Facebook an Wert verloren hat.

Von der Selbstdarstellung zur Online-Reputation. Jugendlichen ist das eigene Image noch immer sehr wichtig. Sie verwenden viel Zeit damit, sich vorteilhaft im Netz darzustellen. Fotos sind besonders relevant. Vor allem der Wahl des Profilbilds kommt eine grosse Bedeutung zu. Es ist das einzige Bild, welches öffentlich sichtbar ist, auch wenn die Privatsphäreeinstellungen keinen Zugriff auf das Profil erlauben. Entsprechend sorgfältig werden die Profilbilder inszeniert und ausgewählt. Auf ihnen zeigen sich die Jugendlichen so, wie sie gerne von anderen gesehen werden möchten. Die Wahl der Frisur, der Kleidung, der Pose geben Auskunft über Lebensstil und Gruppenzugehörigkeit.

Jede Generation möchte ihre eigenen Plattformen. Jede Generation hat ihre eigenen Vorlieben und möchte etwas anders machen als die vorige. So verwundert es nicht, dass sich die heutige Jugend nicht dafür interessiert, was vor zehn Jahren einmal in war. Es muss etwas Neues sein. Besonders beliebt sind heute Plattformen, in denen es primär um Bilder und Videos geht. Mit Snapchat lassen sich beispielsweise Bilder senden, die nach einigen Sekunden gelöscht werden. Dies bietet die Möglichkeit, entstellende Partybilder von sich zu teilen, ohne befürchten zu müssen, dass man von seinem zukünftigen Vorgesetzten auf dieses Partybild angesprochen wird. Aber auch Instagram zum Teilen von Fotos und Videos erfreut sich bei der Jugend grosser Beliebtheit – genau wie WhatsApp zum Chatten und Kommunizieren untereinander.

Fazit. Die Suche nach der eigenen Bestätigung im Netz ist geblieben – nur die Plattformen, auf denen diese stattfindet, haben sich verändert. Facebook ist heute nicht mehr Synonym für Social Media. Es ist nur noch ein Soziales Netzwerk unter vielen, wenn auch das grösste.

 

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